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Aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie

Es liegen mittlerweile fast 5 Monate hinter uns, in denen das Virus unser Gemeinschafsleben massiv beeinflusst hat.

So waren wir im Wohnbereich ab Mitte März einem Besuchs- und Betretungsverbot unterworfen. Niemand durfte mehr unsere Wohneinrichtungen betreten außer den Mitarbeitern, Ärzten und Handwerkern.

Unsere Werkstattgruppen mussten kurzfristig den Betrieb einstellen und alle Menschen, die sonst jeden Tag von zuhause (Ihre Eltern oder anderen Einrichtungen) zu uns kamen, konnten nicht mehr bei uns arbeiten, ihre Freunde und Kolleginne und Kollegen treffen – ein herber Einschnitt in das soziale Miteinander.

Das war für alle Menschen, die hier wohnen und arbeiten, ein harter Einschnitt und eine große Herausforderung. Das bisher gewohnte Leben, alle Tätigkeiten und Aktivitäten, waren von heute auf morgen nicht mehr möglich. Und Alle gaben ihr Bestes, um diese schwierige Situation zu meistern und verzichteten freiwillig auf ihre so lieb gewonnenen Ausflüge zum Supermarkt oder in die City zum Shoppen und zeigten auf diese Weise ein großes Maß an Verantwortung. Dafür möchte ich ganz herzlich „Danke schön“ sagen. Nur so konnten wir die Krise bisher gut meistern.

Die Kolleginnen und Kollegen der Wohnbereiche hatten von heute auf morgen völlig veränderte Dienstpläne und zeigten ein hohes Maß von Flexibilität beim Arbeit nach den neuen Dienstzeiten. Es wurden zwei Teams gebildet, die untereinander keinen Kontakt hatten, damit im Falle der Erkrankung einer Kollegin/eines Kollegen nicht alle als Kontaktpersonen ausfielen und zunächst einmal in Quarantäne mussten. Beide Teams arbeiteten in einem Rhythmus von drei Tagen Dienst und drei Tagen frei. Auf Wochentage bzw. Wochenende wurde keine Rücksicht genommen. Dieses alles bedeutete einen erheblichen Einschnitt auch in private Abläufe wie die Betreuung der Kinder (die ja auch nicht mehr zur Schule oder in den Kindergarten gingen), Umorganisation privater Termine, Verzicht auf geplante Urlaube und vieles mehr.

Auch hierfür möchte ich mich ganz herzlich „Danke schön“ sagen. Erst in einer Krise zeigt sich der wahre Charakter der Menschen.

Wir gründeten eine Krisengruppe, die von nun an darauf achtete, dass die Vorgaben, die von der Senatorischen Behörde oder dem Gesundheitsamt kamen, umgesetzt wurden (und werden) und als Ansprechpartner für die Anliegen, Verbesserungsvorschläge und Kritik zur Verfügung stand.

Ein Austausch zu aktuellen Themen wie auch Problemen in den täglichen Abläufen, Besprechung der neuesten Entwicklungen im Umgang mit dem Virus  konnte nur in anstrengenden Videokonferenzen stattfinden und wir haben dabei gelernt, dass es nicht im Ansatz die gleiche Qualität hat wie eine richtige Konferenz mit echten Begegnungen.

Natürlich hat es auch Krisen gegeben. Das bleibt gar nicht aus, wenn mehrere Menschen über einen so langen Zeitraum so eng zusammen sind. Wir konnten jedoch alle Krisen und Konflikte gut bewältigen.

Zudem war es von großem Wert, dass wir mit den Kolleginnen und Kollegen unserer Werkstattgruppen eine gute Tagesstruktur anbieten konnten, die es möglich machte, dass ein gewisses Maß an Normalität aufrechterhalten blieb. Es gab im Haus und um das Haus herum viel zu tun und zu richten.

So konnten wir die Zeit gut und sinnvoll nutzen und es wurde nicht langweilig.

Johanni haben wir dieses Jahr nur mit den Menschen gefeiert, die im Haus waren. Bei tollem Wetter hatten wir trotzdem ein schönes Fest mit Gegrilltem, Salaten und Kuchen.

Nun ist es mittlerweile Anfang August und  wir haben erste Schritte auf dem Weg zu einem halbwegs normalen Leben machen können.

Unsere Werkstattgruppen sind seit zwei Wochen wieder geöffnet. Alle Beschäftigten waren froh, wieder ihrer gewohnten Arbeit nachgehen zu können und die Freude war riesengroß, die Kolleginnen und Kollegen wiederzusehen.  

Leider mussten wir auch alle Termine, die wir für dieses Jahr geplant hatten, zunächst einmal absagen – Elterncafé, Johannifeier mit vielen Gästen, Ausstellung bei der Sparkasse in der Filiale Horner Mühle und einige andere Termine sind ausgefallen wie Basare und Werkmärkte.

Wann wir wieder mit der Einladung zu Festen oder Elterncafés anfangen können, lässt sich leider überhaupt noch nicht sagen. Vorgaben wie der einzuhaltende Mindestabstand machen eine Planung sehr schwierig.

Doch neben allen Einschränkungen und Veränderungen hat die Krise auch etwas Positives: unser Gemeinschaftsgefühl und unser Zusammenhalt sind in dieser Zeit gestärkt worden. Das schwierige soziale Leben in dieser Zeit hat gezeigt, wie gut unser Zusammenleben funktioniert und wie groß die gegenseitige Rücksichtnahme ist. Jeder war für jeden da und hat geholfen, wo es notwendig war.

So gehen wir – bei allen Nachteilen – doch auch gestärkt aus der schwierigen Zeit hervor und können auch die nächsten Schritte bei der Bewältigung der Corona-Pandemie meistern.

Ich grüße Sie ganz herzlich

Ihr Thomas Oetting